Was versteht man unter einem Lamellenvorhang?

Lamellenvorhänge oder Vertikaljalousien erfreuen sich in Deutschland aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, beispielsweise als Schutzvorrichtung (Sonnenschutz, Sichtschutz) und Raumteiler, großer Beliebtheit: Sie erfüllen gleichzeitig die Funktion einer Jalousie und eines Vorhangs. Zudem sind sie dekorativ, pflegeleicht und einfach zu bedienen. Aufgehängt sind sie an einer Oberschiene: ihre Einzellamellen lassen sich normalerweise drehen und bei Bedarf zusammenschieben. Während bei einer Jalousie die Lamellen waagerecht verlaufen, sind sie bei einem Lamellenvorhang vertikal angeordnet - Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen beiden. Dadurch verstaubt dieser kaum, weshalb er oft im Gesundheitsbereich verwendet wird.

Bau- und Funktionsweise einer Vertikaljalousie

Eine Vertikaljalousie besteht nur aus wenigen Elementen wie Lamellen, einer metallenen Führungs- und Montageschiene sowie einem Bedienelement, ihr Aufbau gestaltet sich verhältnismäßig unkompliziert. Dieser beginnt mit der Installierung der Führungsschiene unter der Decke, es folgt die Einhängung der Lamellen mit den Laufwagen. Eine robuste Kette sorgt dafür, dass die damit verbundenen Lamellen oben und unten stets den gleichen Abstand zueinander wahren. Als Bedienelement dient in der Regel eine Schnur oder Kurbel: Damit lässt sich die Vertikaljalousie mühelos öffnen und schließen. Der gewünschte Lichteinfall wird mittels der Schnur durch Drehung der Lamellen nach links oder rechts geregelt. Eingeschweißte oder eingenähte Gewichte an ihrem unteren Ende bewirken, dass sie gerade und gleichmäßig fallen und außerdem nicht beim Öffnen und Schließen hin- und herschwingen. Bei großflächigen Lamellenvorhängen empfiehlt sich der Einsatz eines Elektromotors, um den Vorhang zu bedienen und einzustellen.

Fertigung der Lamellen aus verschiedenen Materialien

Die Lamellen für die Vertikaljalousien werden aus verschiedenen Materialien gefertigt wie Kunststoff, Aluminium und Holz. Aber auch textiles Material und Naturfasermatten werden verwendet. Sie sind üblicherweise zwischen 89mm und 127mm breit, es gibt jedoch auch andere Größen wie 63mm, 100mm und 250mm.

Der private Bereich favorisiert Stofflamellen, deren Basis meistens Polyester oder Trevira bildet. Sie weisen verschiedene Gewebestrukturen auf, sind unterschiedlich lichtdurchlässig (von transparent bis blickdicht) und in der gewünschten Farbe lieferbar. Sie verbreiten eine angenehme Atmosphäre. Damit die Stofflamellen keine Falten werfen und eine lange Lebensdauer besitzen, werden sie in einem besonderen Prozess gehärtet: Ihr textiler Charakter bleibt dabei erhalten. Wer es wünscht, kann seine Räume mit aluminium- oder perlmuttbeschichteten Vertikaljalousien ausstatten lassen, die Hitze reflektieren, zugleich aber auch lichtdurchlässig sind.

Wenn Lamellenjalousien auch der Verdunkelung dienen sollen, werden beschichtete Stoffe, kombiniert mit einer Oberschiene, verwendet. Diese dreht die Lamellen um 190 Grad und presst sie fest zusammen. Viele positive Eigenschaften weisen die halbtransparenten Lamellen auf, die gleichzeitig als Sicht- und Sonnenschutz sowie als Schutz vor Tageslicht dienen können.

Lamellenanlagen für jeden Bedarf

Eine Lamellenanlage stellt man sich gemeinhin rechteckig vor: Das entspricht auch der Standardform. Doch darüber hinaus gibt es noch eine Reihe anderer Formen. An erster Stelle sei die Slopeanlage genannt, die für Dachschrägen entwickelt wurde. Dabei werden die Lamellen auf die längere Seite geschoben, um zu verhindern, dass sie auf dem Boden liegen. Die Oberschiene ist in der Regel gerade. Es besteht aber die Möglichkeit, sie um die Hoch- und Querachse zu biegen, wenn es erforderlich ist - beispielsweise für Erker oder Rundungen. Sogar für Dachflächenfenster verwendbar sind gewendelte Anlagen in Spiralform. Dabei werden die Lamellen zwischen einer Ober- und Unterschiene verspannt.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten der Lamellenvorhänge

Lamellenvorhänge können eine Reihe von Funktionen erfüllen. So werden sie als Sicht- und Sonnenschutz eingesetzt, als Raumteiler und zur Abtrennung von Räumen. Außerdem tragen sie zur Wohnraumgestaltung bei. Dabei sind sie, wie bereits ausgeführt, für jede Fensterform und jedes Wohnraumklima geeignet - also ebenso für die Wohnstube wie das Badezimmer. Den zeitlos-eleganten Lichtgestaltern begegnet man in Praxen, Geschäftsräumen und Räumen der öffentlichen Verwaltung. Ihre stetig steigende Beliebtheit bei der Wohnraumgestaltung erklärt sich aus den neuen Materialien und Farben, die auf den Markt kamen. Zudem ist die Regelung des Lichteinfalls geradezu spielend leicht. Man stellt die Vertikaljalousien einfach entsprechend der persönlichen Stimmung oder dem Erfordernis ein: Bei keinem anderen System ist es so einfach!

Eine optimale Lösung als Sicht- und Sonnenschutz stellen sie für größere Räume beziehungsweise Fensterfronten dar, wobei es vom Typ der Anlage abhängt, welche Fläche sie beschatten kann. Man darf sich auf jeden Fall sicher sein, dass der Lichteinfall nur in der eingestellten Dosis erfolgt und kein Unerwünschter Einblick in die Räumlichkeiten gewinnt.

In Büros werden Vertikaljalousien dazu benutzt, optimale Arbeitsbedingungen herzustellen - insbesondere auch für die Bildschirmarbeit. Dies verdankt sie ihrer Eigenschaft, dass ihre Lamellen drehbar sind und zusammengeschoben werden können. So ergibt sich die Möglichkeit, den Lichteinfall und den Blick nach draußen stets der jeweiligen Situation anzupassen.

Hauptsächlich das Gewerbe, der Handel sowie die Landwirtschaft und Tierhaltung greifen auf den Lamellenvorhang zurück, wenn es um die (optische) Abtrennung von Räumen geht. Hoch im Kurs stehen dabei die besonders breiten Lamellen, die sich bestens dafür eignen. Die Räume/Gewerbeflächen lassen sich mittels des Systems auf verschiedene Art und Weise schließen. Ob sie transparent oder intransparent sind, steht in der Entscheidung des jeweiligen Auftraggebers.

Die Geschichte der Jalousien

Der Begriff „Jalousie“ stammt aus dem arabischen Raum. Sie bezeichnen Gitter (Muschrabîya), die vor Fenstern angebracht wurden, um die intensive Sonneneinstrahlung fernzuhalten sowie für Kühlung und Belüftung zu sorgen. Außerdem schützten sie vor den Blicken fremder Menschen. Im Laufe der Zeit wandelten sich die filigranen Muster der Jalousien zu waagerechten Lamellen, die allerdings unbeweglich waren. Ein französischer Tischler entwickelte 1812 eine Jalousie mit verstellbaren Lamellen. Diese waren an einer Kette angebracht und ließen sich drehen. Dies war der entscheidende Schritt hin zur modernen Jalousie wie wir sie heute kennen.